Archiv
  Firmenportrait     Termine / Auktionen     Ergebnisse     Allgemeine Informationen     Öffnungszeiten     Adresse / Situationsplan  
Vorberichte
Auswahl Objekte Herbst 2011
Auswahl Objekte Frühling 2011
Auswahl Objekte Herbst 2010
Auswahl Objekte Frühling 2010
Waffen-Militaria-Auktion 2010
Auswahl Objekte Herbst 2009
Auswahl Objekte Frühling 2009
Waffen-Militaria-Auktion 2009
Vorbericht Herbst 2008
Auswahl Objekte Frühling 2008
Waffen-Militaria-Auktion 2008
Nachberichte
PDF-Kataloge
Allgemein:
Startseite
PDF-Katalog Frühling 2012
Ergebnisse Frühling 2012

Auswahl Objekte Frühling 2011

Auktionshaus Stuker Bern, 8. - 15. Mai 2011

Vorbesichtigung: 8. - 15. Mai 2011, 10 bis 19 Uhr

Candido, Francesco Saverio (Italien, Neapel, erwähnt 1771 bis 1785), um 1779. Oberst, Baron Fridolin Josef Tschudi (1741-1803).
Inhaber des Schweizer Garderegiments in Neapel, zu Pferd, in der Rechten den Kommandostab. Trägt einen roten, silberbordierten Offiziersrock, über der Weste einen Brustharnisch, dazu einen Orden am blauen Halsband, wohl der toscanische Stephansorden. In den Taschen beidseits des Sattels stecken die Pistolen. Die blauen Pistolentaschen und die Schabracke sind breit silberbordiert. Das Pferd ist mit dem Brandzeichen „Tschudi„ versehen. Das Bild ist teilweise als Collage auf Leinwand gearbeitet: 1. Kopf gemalt von Candido, Miniaturqualität .2. Pferd und Sattelzeug aus aufgeklebter, bemalter Seide, teilweise in Silber bestickt. 3. Brustharnisch aus Silberfolie. Boden und Hintergrund gemalt. Auf der Rückseite Etikette vom 28.Juli 1916 mit Angaben von Erwin G.Major. Goldrahmen 19.Jh.


7661 CHF 4'000.-/6'000.-

Fridolin Josef Tschudi, geb.20.7.1741 in Neapel, 1.Sohn des Generalleutnants Josef Anton Tschudi (1703-1770) und der Anna Maria Gallati. 1741 Inhaber einer Kompanie im Linienregiment Tschudi, 1752 im Garderegiment, Ratsherr in Glarus 1760,Oberstleutnant 1765, Landesstatthalter 1766, Landammann 1769-71, Ritter des toscanischen St.Stephans- und des neapol. Constantinordens. Major der Schweizergarde in Neapel 1770, Brigadier 1772, Maréchal de camp 1776, Oberst und Inhaber des Garderegiments 22.1.1779. Nach der Auflösung des Garderegiments 1789 bis 1798 Kommandant und Gouverneur von Gaeta. Die drei Bilder mit den Brüdern Tschudi dürften anlässlich der Ernennung des ältesten, Fridoli Josef, zum Inhaber und Oberst des Garderegiments 1779 und der im gleichen Jahr erfolgten Rückkehr von Josef Anton nach Glarus entstanden sein. Die Köpfe und das Bildkonzept stammen von Francesco Saverio Candido, der sich in Neapel vor allem als Porträtist betätigte.
Nur eines der drei Bilder trägt den Hinweis, „Candido p. (inxit)„. Dem für die aussergewöhnliche Collagearbeit verantwortlichen Kunsthandwerker lieferte Candido die drei qualitätsvollen Köpfe; ob und in welchem Umfang er an der restlichen malerischen Ausführung beteiligt war, weiss man nicht.
Die älteste bekannte Arbeit Candidos, ein Bild des S.Filippo Benizi in der Kirche Maria del Parto in Mergellina/Neapel, datiert von 1771. Bekannt ist vor allem sein Porträt des Komponisten Domenico Cimarosa von 1785 im Museo di San Martino, Napoli. Vgl. Hist. Biog. Lexikon der Schweiz, Bd.7, S.81. Robert Peter Eyer, Die Schweizer Regimenter in Neapel im 18.Jahrhundert (1734-1789), Bern 2008, S.267-269, 469-473.
Ausserordentlich seltene, bisher unbekannte Bilderfolge zu den Schweizern in neapolitanischen Diensten sowie dem spärlich dokumentierten neapolitanischen Künstler Francesco Saverio Candido. Dokumentiert den Kulturtransfer der fremden Dienste.

Candido, Francesco Saverio (Italien, Neapel, erwähnt 1771 bis 1785), um 1779. Oberst, Baron Karl Ludwig Sebastian Tschudi ( 1743-1815).
Inhaber des Schweizer Linienregiments Tschudi in Neapel, zu Pferd, mit der Rechten den Zügel hoch haltend. Trägt einen roten, silberbordierten Rock mit blauen Aufschlägen, dazu die St.Stephans- und Constantinorden. An der Seite hängt der Degen mit reglementarischem Silbergefäss; in den Taschen beidseits des Sattels stecken die Pistolen. Die blauen Pistolentaschen und die Schabracke sind breit silberbordiert. Das Bild ist teilweise als Collage auf Leinwand gearbeitet, siehe auch vorherige Katalognummer. Im Hintergrund ein Kastell am Meer. Auf der Rückseite Etikette vom 28.Juli 1916 mit Angaben von Erwin G.Major. Goldrahmen 19.Jh.


7662 CHF 4'000.-/6'000.

Karl Ludwig Sebastian Tschudi, geb.30.6.1743 in Neapel, 2.Sohn des Generalleutnants Josef Anton Tschudi. Fähnrich 1748, erhielt 1749 eine Kompanie im Linienregiment von Ludwig Tschudi, 1754 eine Kompanie im Garderegiment, Ritter des toscanischen Stephanordens 1767, des Constantinordens 1768. 1770 Oberst und Inhaber des Linienregiments Tschudi und Rat zu Glarus^, Brigadier 1776, 1789 Auflösung des Regiments, bleibt als General in neapolitanischen Diensten und stirbt am 8.9.1815 in Neapel. Zum Künstler siehe vorheriger Kat.eintrag. Vgl. Hist. Biog. Lexikon der Schweiz, Bd.7, S.81.

Candido, Francesco Saverio (Italien, Neapel, erwähnt 1771 bis 1785), um 1779. Oberstleutnant, Josef Anton Tschudi (1751-1817/20?).
Im Schweizer Garderegiment seines Bruders Fridolin Josef, zu Pferd, mit gezogenem Degen anlässlich einer Truppenschau. Trägt einen roten, silberbordierten Offiziersrock. Im Hintergrund links der Vesuv, darunter das angetretene Garderegiment, rechts Truppen- und Offizierszelte. Unten links Signatur, „Candido p.„. Das Bild ist teilweise als Collage auf Leinwand gearbeitet. Rückseite Etikette vom 28.Juli 1916 mit Angaben von Erwin G. Major. Goldrahmen 19.Jh.


7663 CHF 4'000.-/6'000.-

Josef Anton Tschudi, geb.24.12.1751 in Neapel, 3.Sohn des Generalleutnants Josef Anton Tschudi.1778 Oberstleutnant des Garderegiments. Er demissioniert 1779 zugunsten seines jüngeren Bruders Melchior und wird Ratsherr in Glarus, 1780 und 1788 Landvogt in Uznach, 1782 Landvogt im Gaster, 1783 Gesandter nach Lauis, 1785 Hauptmann in Wil, gest.19.4.1820 ? Weil nur das Bild des 1779 in die Schweiz zurück gekehrten Josef Anton Tschudi signiert ist, dürfte er diese drei Bilder 1779 zur Erinnerung an die Dienstzeit in Neapel in Auftrag gegeben und in die Heimat mitgebracht haben. Zum Künstler siehe vorheriger Kat.eintrag. Vgl. Hist. Biog. Lexikon der Schweiz, Bd.7, S.82.

Pablo Picasso (Spanien, 1881-1974): "Minotaure aveugle guidé par Marie-Thérèse au Pigeon dans une Nuit étoilée", 1934.
Aquatinta, mit Schabeisen, Stichel und Kaltnadel überarbeitet, auf Bütten, mit Wasserzeichen "Picasso". Unten rechts mit Bleistift signiert. Blatt 97 der "Suite Vollard". Gerahmt.


2163 CHF 80'000.-/100'000.-

Die im November 1934 entstandene Grafik ist das bedeutendste, technisch und künstlerisch vollendetste und reifste Werk der vier Blatt umfassenden Folge "Minotaure aveugle guidé par une Fillette" (Bloch 222-225).
In kompositioneller Hinsicht gilt das Blatt als Vorstufe für eines der wichtigsten Werke im grafischen Oeuvre des Künstlers überhaupt, der im Frühling 1935 entstandenen "Minotauromachie".
Modell für die den blinden Minotaurus geleitende junge Frau stand Marie-Thérèse Walter, seit 1927 Gefährtin und Muse des Künstlers und Mutter der 1935 geborenen gemeinsamen Tochter Maya.

Literatur:
Geiser-Baer, 437/IV/B/d
Bloch 225

Provenienz:
Schweizer Privatbesitz

Albert Anker (Schweiz, 1831-1910): Mädchen bei den Hausaufgaben, 1909.
Aquarell auf Papier. Unten links signiert und datiert: "Anker 1909". Gerahmt.


2640 CHF 70'000.-/90'000.-

Das hier angebotene Aquarell eines Mädchens bei den Hausaufgaben zeigt in schönster Weise Ankers Gabe, seinen Werken Leben einzuhauchen, sie zu beseelen. Durch einen 1901 erlittenen Schlaganfall, der seine rechte Hand fast gänzlich lähmte, war es dem Künstler unmöglich geworden an grossformatigen Ölbildern zu arbeiten. So konzentrierte er sich in seinen letzten Lebensjahren fast ganz auf die Aquarellmalerei, eine Technik, die er trotz der Behinderung meisterhaft beherrschte.
1909, nur ein Jahr vor seinem Tod, sind zwei nahezu identische Werke zum Thema "Mädchen bei den Hausaufgaben" entstanden. Beim hier vorliegenden Aquarell handelt es sich vermutlich um die zweite Fassung, die sich von der ersten (SIK Archiv-Nr.31'296, in Privatbesitz) nur unwesentlich unterscheidet: Ein Inser Schulmädchen - in blauem Pünktchenkleid und gestreifter Schürze - sitzt an seinen Hausaufgaben und überträgt mit Feder und Tinte einen Text aus einem kleinen Büchlein. Ein rosafarbenes Fliessblatt schützt das Papier vor der schreibenden Hand. Sitzt das Mädchen wirklich zu Hause oder zeigt der Raum mit dem einfachen Kassettentäfer und dem schlichten Kachelofen vielmehr das Innere der Schulstube? Deutet das Abschreiben des Textes nicht vielleicht eher auf eine Strafaufgabe und nicht auf gewöhnliche Hausaufgaben hin? Wir wissen es nicht. Was der Betrachter aber sieht, ist ein mit grösster Sensibilität und Beobachtungsgabe eingefangener Moment im noch jungen Leben der Dargestellten.

Gutachten:
Das vorliegende Aquarell ist im Schweizerischen Institut für Kunswissenschaft, Zürich, unter Archiv-Nummer 31'430 als eigenhändige Arbeit von Albert Anker registriert.

Ausstellung:
Albert Anker, Kunstmuseum Bern, 17. September bis 11. Dezember 1960, Nr. 374, ohne Abbildung ("Mädchen bei Tisch", 1909)

Provenienz:
Kunsthandel Zürich
Sammlung Stoffel, Walenstadt
Schweizer Privatbesitz

Emil Nolde (Deutschland, 1867-1956). "Ruhende Kühe", 1926.
Farblithografie. Mit Bleistift unten rechts signiert, unten links bezeichnet: "Ruhende Kühe", sowie von Ada Nolde mit Bleistift beschriftet: "In dieser Fassung ein Druck". Kleiner Papierverlust am unteren Blattrand, unterlegt. Rückseite gebräunt. Gerahmt.


2159 CHF 25'000.-/30'000.-

Sehr schöner Druck von kontrastreicher Farbigkeit, die Zeichnung in Schwarz, die Landschaft in grüntonigem Gelb.
Eine von elf farblich variierenden Fassungen, von denen jeweils nur ein Exemplar existiert. Daneben sind vier Farbversionen mit je zwei sowie eine weitere mit drei Abzügen bekannt.
Nolde hat 1926 zwanzig Lithografien geschaffen, darunter sechs Grossformate zu denen auch das Blatt "Ruhende Kühe" zählt.
"Die sechs anderen Blätter von 1926 haben ein Format von etwa 60:80 cm und übertreffen damit selbst die grossen Blätter von 1913. Sie sind ganz aus Farben aufgebaut, die in grossen Flächen in ausgewogener Ordnung übereinandergelegt sind. Die malerische Kraft und die Geschlossenheit des Farbkörpers rückt diese grossen letzten Lithographien in die Nähe der gleichzeitigen Gemälde und Aquarelle" (Martin Urban).
Die in diesem Jahr entstandenen Grafiken sollten zu den letzten im Oeuvre des Künstlers gehören. Nolde hat nach 1926 nicht allein das lithografische, sondern - bis auf wenige in den dreissiger Jahren entstandene Holzschnitte - das druckgrafische Schaffen überhaupt aufgegeben um sich in der Folge ganz auf das malerische Werk zu konzentrieren.

Literatur:
Schiefler/Mosel/Urban, 66

Provenienz:
Basler Privatbesitz (Geschenk des Künstlers)

Bedeutendes und seltenes Aquamanile, wohl norddeutsch, Niedersachsen (?), Hildesheimer Typus, um 1300.
Bronze, gegossen mit gealterter, grün-bräunlicher Patina. Liturgisches Handwaschgefäss in Form eines stehenden Löwen in drohgebärdender Pose. Der Kopf durchbrochen für den Wassereinguss, der Deckl fehlt, das möglicherweise spätere Deckelscharnier erhalten, alte Lötstellen entlang der Öffnung. Der Löwenkopf mit weit geöffneten Augen, die geöffnete Schnauze den gelöteten Wasserausguss umschliessend. Gespitzte Ohren und kragenartig stilisierte Mähne. Kräftiger Handbügel und S-förmiger Schwanz. Kraftvolle Vorder- und Hinterläufe mit breiten Tatzen.


7543 CHF 90'000.-/120'000.-

Das hier angebotene Aquamanile in Form eines Löwen stammt aus altem Schweizer Privatbesitz und ist ein besonders schönes Beispiel eines mittelalterlichen Handwaschgefässes, wie es in dieser Form bei liturgischen Handlungen in der Zeit um 1300 etwa in Norddeutschland in Gebrauch war Durch den Handel mit dem Orient gelangten die ersten Aquamanile im frühen Mittelalter nach Europa und wurden von den ansässigen Kunsthandwerkern kopiert und einer heimischen Formensprache angepasst. Aquamanilien erfreuten sich besonders im Hoch- und Spätmittelalter grosser Beliebtheit und erlebten in jener Epoche ihre eigentliche Blütezeit.
Ein Aquamanile von nahezu identischem Ausdruck und Haltung, Niedersachsen, Hildesheim (?) um 1250, findet sich im Los Angeles County Museum of Art (Gift of Varya and Hans Cohn, AC 1992.152.100). Ist dort auch im Ganzen die Absetzung der Vorder- und Hinterläufe etwas betonter, so sind sich beide Figuren in ihrer trotzigen und drohgebärdenden Haltung doch sehr verwandt und gehören wohl in eine engere Gruppe von Bronzen, welcher auch das Aquamanile aus der Sammlung Tyssen-Bornemisza, ehemals Sammlung Goudstikker, angehört welches um 1300 datiert werden kann. Ein weiterres Aquamanile, welches in diesem Zusammenhang als Vergleich beigezogen werden sollte und dessen Körperformen dieselben weichen Übergänge aufweisen, wie wir es an unserem hier angebotenen Löwen finden, hat sich in den Sammlungen des Louvre in Paris (Don A.-Ch. Sauvageot, 1856) erhalten. Es wird ebenfalls dem Niedersächsischen Raume zugewiesen und kann zwischen 1280 und 1320 datiert werden.

Vergleiche:
- Michael Hütt: „Quem lavat und foris...„ - Aquamanilien, Gebrauch und Form. Mainz, 1993
- Paul Williamson, The Thyssen-Bornemisza Collection, Medieval sculpture and works of art, London 1987

Offiziers-Mantel, eidg. Ord. 1940, General, getragen von General Henri Guisan 1939-1945.
Mantel aus feldgrauem Stoff, Umlegekragen, Brustteil schwarz gefüttert, feines feldgraues Futter, Lieferantenetikette, „Dieterlé Morges„ mit Waadtländer Wappen. Dazu auf einem separat aufgenähten wappenförmigen blaugrauen Stoff in Gold gestickt, „GENERAL H G„, Vergoldung etwas berieben. Vergoldete, bombierte Messingknöpfe mit Schweizerkreuz im Strahlenkranz.


7664 CHF 4'000.-/7'000.-

Aus dem Besitz von General Guisan befinden mehrere aus Waffenrock und Hose bestehende Uniformen samt Mützen in Museumsbesitz; (z.B. Museé militaire vaudois, Morges, Museum Altes Zeughaus Solothurn). Weitere 1939-1945 vom General verwendete Mäntel als dieses aus dem Nachlass des Generals stammende Exemplar sind zur Zeit nicht bekannt. Bei seinen öffentlichen Auftritten wurde General Guisan immer wieder im Mantel Ord.1940 abgebildet.

Vergleiche:
J.Burlet, Militäruniformen 1852-1992, S.127.
J.Burlet, Generalsuniformen, in: Der „Tanzbödler„, Magazin für den Uniformen- und Militariasammler, 7.Jg. 1989, Nr.24, S.28-35,
„Die Uniformen General Henri Gusian„, S.33, „Mäntel„.
Hans Rudolf Schmid, „Der General„, Ringier-Dokumente, S.28, 41, 56, 57, 67, 92.
André Guex, „General Guisan„, Fretz & Wasmuth Verlag, S.59, 63, 73, 77, 82.

Offiziersdolch, eidg. Ord. 1943, aus dem Besitz von General Henri Guisan 1939-1945.
Stahlgefäss vernickelt, verschraubte Knaufkappe, achtkantige, leicht gebogene Parierstange. Griff mit Holzschalen belegt, dreifach verschraubt. Zweischneidige Klinge, rhombischer Querschnitt, volle Wurzel mit Marke, „N„ mit Gewehr (S.I.G.Neuhausen), Waffennr. 1763. Geschwärzte Stahlscheide. Schlagband eidg. Ord. 1943, Gebrauchsspuren. Ledertragriemen mit Schnalle.


7672 CHF 800.-/1'200.-

Vergleiche:
Schneider / Meier, Griffwaffen, S.143. Der Dolch wurde am 1.Januar 1944 für alle Offiziere und höheren Unteroffiziere eingeführt. Der Dolch Ord.1943 bildet den Abschluss einer langen Serie von Versuchsmodellen und wurde auch vom General genehmigt.
Hans Rudolf Schmid, Der General, Die Schweiz im Krieg, Zofingen 1974, S.78, Abb. des Generals mit Dolch.

Äusserst bedeutende und überaus seltene Schreibkommode, Bern, circa 1740/1745, von Mathäus Funk und seiner Werkstatt.
Nadelholz in Nussbaum furniert und parkettiert. Vierschübiger, frontseitig geschweifter Korpus mit bogenförmig ausgeschnittener Zarge. Die Eckstollen frontseitig konkav gerundet. Die oberste Schublade in englischer Manier, mit abklappbarer Front und mehrschübigem Eingerichte als Schreibauszug. Schauseitig mit sehr schön geflammtem Nussbaum furniert und mit Rautenwerk eingelegt. Angedeutete, federgefrieste Traversen. Sehr feiner Bronzebeschlag in Form von durchbrochenen Schlüssellochzierden, bekrönt von weiblichen Masken und Handhaben in Form zweier Delphine mit seitlichen Blumenkörbchen und rankengeschmückten Führungen.


1065 CHF 20'000.-/25'000.-

Die hier angebotene Schreibkommode zählt zu den rarsten Schöpfungen des berühmten Berner Ebenisten und kann in die Zeit um 1740-1745 datiert werden. Nur ein einziges weiteres Exemplar dieses Typus einer Herrenkommode mit Schreibauszug ist bisher bekannt und befindet sich im Besitz der Stiftung Schloss Jegenstorf (Inv. Nr. 2535). Bemerkenswert und besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass der Berner Meister die Idee zu diesem Möbeltypus nicht einer heimischen-, einer deutschen- oder französischen-, sondern einer möglichen englischen Vorlage entnimmt, wo man den Typus der Kommode mit Schreibeingerichte bereits circa 40 Jahre früher, noch zur Regierungszeit der Queen Anne kennt.



Selbst der führende deutsche Zeitgenosse unter den Kunstschreinern, Abraham Roentgen aus Neuwied, nimmt diese in England sehr beliebte Mehrzweckform einer Kommode erst circa 1760, in Form seiner Pultschreibkommoden in sein Repertoire auf, wobei dort die obersten Schubladen zwar mit Schreibkompartimenten ausgestattet sind, die Schubladenfront selbst aber nicht klappbar ist. So scheint Mathäus Funk hier, wenn auch nur in zwei bisher bekannten Exemplaren, eine eigentliche Vorreiterrolle in der Umsetzung dieser Möbelform auf dem Kontinent einzunehmen. In Frankreich und dort insbesondere bei den Pariser Ebenisten, bleibt dieser Typus einer Schreibkommode lange unbekannt und erlebt erst im letzten Viertel des 18. Jh. vereinzelt Anwendung. Das hier angebotene Möbel, sehr viel reicher und aufwendiger als die Jegenstorfer Kommode gearbeitet und möglicherweise auch nur sehr wenig später, 1745, entstanden, nimmt eine bedeutende Stellung in der Möbelkunst des deutschen Sprachraums ein.

Vergleiche:
Manuel Kehrli, Monika Bürger und Hermann von Fischer, Berner Schreibmöbel des 18. Jahrhunderts, Ausstellungskatalog, Schloss Jegenstorf, 2008. Abb. S. 19
Hermann von Fischer, FONCK A BERNE, Bern, 2001, S. 62 und 63 für verwandte Kommoden dieser Form
Christopher Claxton Stevens and Stewart Whittington, 18th Century English Furniture, Woodbridge, 1989, S. 179

Sehr bedeutende und unberührte Hopfengärtner Kommode, Bern, 1795-1800, aus der Werkstatt des Johann Christoph Hopfengärtner, 1758-1843.
Nadelholz, in Nussbaum, Ahorn und Buchs furniert. Rechteckiger, frontseitig mit Mittelrisalit abgesetzter Korpus auf sich nach unten verjüngenden, pyramidenförmigen Beinen. Drei übereinanderliegende, dreifeldrige Schubladen zwischen abgeschrägten Eckstollen. Profiliertes und passig geschnittenes, in Weiss-, Grauschwarz- und Rosatönen durchzogenes Oberhasli Marmordeckblatt. Architektonisch gegliederter Korpus mit überaus harmonisch abgestimmten Maserfeldern, umfasst von doppelt gerahmten Fileteinlagen und Bandwerk. Die Traversen, Eckstollen und Schmalseiten in gleicher Manier gestaltet. Die Zarge mit sehr feinem Doppelmäander. Originale Zugringe und Schlüssellochzierden mit Ziermedaillon, eine lesende, weibliche Figur darstellend.


1081 CHF 10'000.-/15'000.-

Die hier angebotene, aus altem Privatbesitz stammende und in ihrem völlig unverdorbenem Originalzustand erhaltene Kommode ist eine eigenhändige Arbeit des Christoph Hopfengärtner, 1758-1843, und seiner Werkstatt. Nur sehr selten ist es heute noch möglich, eine bedeutende klassizistische Kommode von solcher Qualität in ihrem ursprünglichen Zustand vorzufinden. Unsere Kommode ist diesbezüglich ein besonderer Glücksfall. Das wohlproportionierte Möbel weist in seiner Architektur, dem harmonischen Furnierbild, den fein gerahmten Filets, dem Bandwerk und den Mäandereinlagen alle Merkmale des berühmten Berner Ateliers auf. Die gleiche Führung der Zargenbetonung mit doppeltem Mäanderband finden wir an mehreren Werken des Meisters wieder, insbesondere an einem Sekretär mit Schrankaufsatz, Bern, um 1800 (Stiftung Schloss Jegenstorf, Inv. Nr. 774, Depositum Bernisches Historisches Museum), an einem Secrétaire à abattant, um 1795 (Stiftung Schloss Jegenstorf, Inv. Nr. 2348, Depositum Familienkiste von Tavel) und einer Kommode mit Vitrinenaufsatz, um 1795/1800 in Berner Privatbesitz. Bei allen genannten Vergleichsmöbeln treffen wir auf die geschrägten Eckstollen mit filetgefassten Maserfeldern, wobei das identische, zentrale Rautenmuster insbesondere an einer Zylinderschreibkommode und einer Kommode en suite auftauchen, welche sich ebenfalls in Schloss Jegenstorf (Inv. Nr. 2605) erhalten haben.
Der in Stuttgart, am 21. Juli 1758, als Sohn eines Schreiners geborene Johann Christoph Hopfengärtner findet sich, nach Lehr- und Wanderjahren, ab 1788 in Bern, wo er als Meistergeselle beim Ebenisten Abraham Franz Isenschmid Anstellung fand. Am 24. Mai 1792 erhält Hopfengärtner die Empfehlung zum Meisterstück, welches er im Herbst gleichen Jahres vollendet und sich heute im Schloss Jegenstorf befindet. Im Sommer 1793 wird er zum Ebenistenmeister gewählt. Hopfengärtners eigene Werkstatt erfreute sich sehr schnell einer besonders grossen Beliebtheit bei einer bedeutenden Kundschaft. So liess sich etwa der 1793 zum Landvogt nach Lausanne bestimmte Ludwig von Büren von der Hopfengärtner Werkstatt meublieren und erwarb u.a. für 16 Doublonen Hopfengärtners Meisterstück. Für den Oberhofmeister der Grossfürstin Anna Feodorowna von Russland, Hofrat Rudolf Abraham Schiferli, und für die Grossfürstin selbst lieferte Hopfengärtner Mobiliar in die Elfenau, dem vormaligen Brunnaderngut. Am 24. November 1843 stirbt Johann Christoph Hopfengärtner an der Kramgasse 40 in Bern. Hopfengärtners Möbelproduktion sollte massgeblich sein für die Möbelkunst der Schweiz im ausgehenden 18. Jahrhundert. Seine Werke, von denen die hier angebotene Kommode ein besonders wertvolles Beispiel darstellt, gehören zu den schönsten Schöpfungen der Frühklassizistischen Möbelkunst im deutschen Sprachraum.


Vergleiche:
Hermann von Fischer, Berner Mobiliar des Klassizismus von Christoph Hopfengärtner und Zeitgenossen, Ausstellungskatalog, Schloss Jegenstorf, 1986
Manuel Kehrli / Hermann von Fischer, Berner Schreibmöbel des 18. Jahrhunderts, Ausstellungskatalog, Schloss Jegenstorf, 2008
Kreisel / Himmelheber, Die Kunst des deutschen Möbels, München, 1983, Band III, S. 63

Sehr feine und seltene Miniatur-Schreibkommode, Bern, 2. Hälfte 18. Jh., dem Meister der Muraltengut-Kommode zuzuschreiben.
Ahorn, Mooreiche, Nussbaum und Fruchthölzer furniert und parkettiert. Dreischübige, frontseitig geschweifte Kommode mit ausgeschnittener, welliger Zarge und Stollenfüssen. Abklappbares Schreibblatt, vor mehrschübigem Innern. Die Front überaus fein mit Würfelparketterie furniert, umfasst von Fileteinlagen, geometrischen gefriesten Motiven. Überaus frein gearbeitete Beschläge in Form von kartuschenförmigen Schlüssellochzierden und Handhaben in Fotrm von doppelten C-Voluten und seitlichen floralen Motiven. Innen mit Buntpapier. Die Schmalseiten mit flammigen Nussbaumfeldern, welche von einfachem Bandwerk bzw. von filetgerahmtem Bandwerk umrahmt werden. Die Schreibklappe mit zentraler Blumenkartusche. Originale Schlösser.


7564 CHF 8'000.-/12'000.-

Die hier angebotene Miniatur-Schreibkommode gehört zu den schönsten Schweizer Miniaturmöbeln, die sich aus der Zeit des Rokoko erhalten haben. Kein Aufwand wurde an diesem Möbel gescheut, um einem grösseren Original in allen Details nachzueifern. Beschläge und Schlösser, Scharniere und selbst die ausgezeichnete Furnierwahl, wurden in verkleinertem Massstab für einen vermögenden Auftraggeber geschaffen. Verwendung fanden solche Zierstücke vor allem zum Aufbewahren wertvoller Gegenstände, wie Schmuck und dergleichen und stellten den Ebenisten in der Fertigung vor gewaltige herausforderungen. Eine Zuordnung dieser einmaligen Schöpfung derr Möbelkunst fällt nicht ganz leicht. Man denkt an Ebenisten wie Johannes Äbersold, von dem Arbeiten in Funk-Manier bekannt sind und die doch eine ganz eigene Sprache sprechen. Man denkt auch an Mathäus Funk und seine Werke, doch verdient ein herausragendes Berner Möbel, welches zwischen den bekannten Möbeln von Funk und Äbersold steht, in diesem Zusammenhang besondere Erwähnung, die sogenannte Muraltengut-Kommode, aus ehemaligem Besitz von Muralt-Locher, welche sich im Muraltengut in Zürich erhalten hat. Mit seinem schauseitig völlig mit Würfelparketterie versehenem Korpus, weist das Schreibmöbel in Zürich viele Merkmale auf, wie wir sie von Mathäus Funk her kennen und doch ist sie eine andere, eigenständige Schöpfung. Unser Miniaturmöbel scheint der Muraltengut-Kommode am nahesten verwandt, sie scheinen von demselben Meister, vielleicht Johannes Äbersold, gefertigt zu sein.

Vergleiche:
Auktion Sotheby's, Dezember 1987, Los Nr. 222. Die Muraltengut-Kommode ist bis heute das teuerste je über eine Auktion gehandelte Schweizer Möbel.